Sound des Monats

Hier ist die ständige Hör-Rubrik von Sonofolie zuhause. Frank J. Witte stellt jeden Monat neue Kostproben aus der Sonofolie-Klangwerkstatt ein oder bringt andere hörenswerte Fundstücke zu Gehör. Stampfende Maschinen, Kuckucksrufe in den Weiten der Bucht des Mont St. Michel, eine mächtige Brandung, gefangen nahe der Baie des Trépassés und so fort.

Fips’ Furioso

Das »Finale Furioso« aus Wilhem Buschs »Der Virtuos«

Fängt harmlos an, aber dann, keine Frage, braucht’s mindestens vier Hände für diesen Spaß. Gefühlt sind’s wohl eher sieben. Mir fiel beim Hören Wilhelm Buschs Virtuose und sein »Finale Furioso« ein. Und natürlich die Geschichte vom Affen Fips: Das »Kattermäng« kriegte der ja alleine hin. Und für den Rest hatte er noch seinen Schwanz. Allerdings meinte Busch dazu: »Oft wird es einem sehr verdacht, wenn er Geräusch nach Noten macht.« Bleibt zu hoffen, dass unser Furioso nicht in diese Kategorie fällt.

Wilhelm Buschs ganzen wunderbaren Comic des virtuosen Neujahrskonzerts findet man zum Beispiel bei wikipedia.

Archiv

Wellenbrecher

Zwölf Meter und mehr kann der Atlantik vor Saint-Malo von der Ebbe bis zur Flut ansteigen. Dann rollen mächtige Wellen heran und brechen sich mit voluminösem Getöse am Kai von Rochebonne. Sie türmen sich auf, werfen ganze Badewannen von schäumendem Meerwasser über die sonst zum Flanieren einladende Promenade. Der Wind treibt die Gischt in die Stadt, lässt die Fenster der nahen Villen erblinden und überzieht die Gesichter der Schaulustigen mit einem nach Meer und Algen schmeckenden Film.

Flut am Kai von Rochebonne in Saint-Malo an der bretonischen Nordküste, nicht weit von Cancale und der Bucht des Mont-Saint-Michel. Foto: Doro Witte

 

Seevögel und Walrösser

Zu Beginn des Spätsommers fiel eine Runde ferienmüder Musiker ins Studio Sonofolie ein. »Fingerübungen«, hieß es. Mutig zog ich gleich die Regler auf und fing ein, was geboten wurde.

Einer der Künstler tippte später auf das zufällig neben dem Mischpult liegende Foto einer Atlantischen Seeanemone und meinte, die Musik erinnere ihn an die wuscheligen Tentakel des Tiers. – Nun ja, ich dachte beim Hören eher an ein Intermezzo von Seevögeln und Walrössern.

Atlantische Seeanemonen an der bretonischen Küste. Das Foto stammt von Martin Lerch – vielen Dank!

 

Blasen »aus voller Brust die Waldeslust«

Ein Spaziergang führte mich zu ihrer Hollywood Bowl im Wald, einem schilfbewachsenen Weiher, wo die Künstler sonor in ihre Instrumente bliesen. – Eine Riege Teichfrösche und schon ist das Naturkonzert perfekt! Auch das Teichhuhn ließ sich nicht lange bitten und steuerte seine Habachttriller bei. Kein Wunder, dass die Begeisterungsrufe noch von ganz weit her kamen.

Die Aufnahmen entstanden an einem Weiher im Reichenecker Wald nicht weit vom schwäbischen Metzingen.

Teichfrosch

Dieser Teichfrosch hatte grade Pause im großen Konzert.
Das wunderbare Foto stammt von Tuxyso – vielen Dank!

Hat ordentlich Wumms!

Kaum schaut der Sommer schüchtern um die Ecke, da ist sofort ein Gewitter zur Stelle. Natürlich ein gefundenes Fressen für die Sonofolie-Werkstatt. Also lassen wir’s im Juni mal so richtig krachen!
Erstaunlich übrigens, wie animierend so ein heranziehendes Gewitter auf Amseln wirkt: Blitz & Donnerkeil? Pah! Dagegen sing’ ich locker an!

Blitz und Donner

Das beeindruckende Foto stammt von Felix Mittermeier – vielen Dank!

Ein schönes Durcheinander!

Es gibt ein Kochbuch namens »Le Grand Bordel«. Unglaublich, wie kreativ ein ordentliches Durcheinander macht! Mit ein paar Rezepten unterm Arm bin ich sofort ins Studio, Unordnung stiften. Aber was soll ich sagen: Da wurde in bester gymnastischer Manier Bein um Bein gehoben: Hoch, tief, links, rechts … und vom Bordel war bald kaum noch die Rede.

In das musikalische Bordel sind unter anderem Teile akustischer Ausstellungsobjekte des »Temporary Soundmuseum« eingeflossen.
Besten Dank an Kalle Laar!

Dieses Bild von einem Bordel ist dem Völklinger Weltkulturerbe abgerungen.

Zum Kuckuck!

Schon beim Vorbeigehen tönte dieser Frühlingsgruß so betörend aus den Regalen des Sonofolie-Archivs, daß er es prompt zum Sound des Monats geschafft hat: Der Kuckuck! – Übrigens, wer dem Gesang bis zum Schluß lauscht, hat was zu Schmunzeln, versprochen!

Das schöne Foto stammt von Tim Peukert – vielen Dank!

Hoher Besuch im März

Ein Traum von einem Besuch: Auf dem Rückweg von Wien über Niederbayern und die Pfalz ins Französische machte er bei Sonofolie Halt. Und bevor der Meister sich nach Paris verabschiedete, gab er noch eine kleine bayrisch-barocke Impression zum Besten.

Da muss er sich auf seiner Reise wohl bei Haindling umgehört haben.

Mögliches Portrait von François Couperin

Die Tuba in des Meisters Schoß ist natürlich ein Scherz. Zugrunde liegt das Werk eines unbekannten Malers. Es könnte François Couperin darstellen.

Auf Reisen im Februar

Der Februar-Sound war den Glocken der Kirche »Saint-Ronan« im bretonischen Örtchen Locronan gewidmet. Zu hören ist der Zwölf-Uhr-Stundenschlag mit dem charmant schrägen Klang einer der Glocken.

Die Kirche Saint-Ronan in Locoronan

Dem heiligen Ronan gewidmet: Die Kirche von Locronan. Foto: Doro Witte

Das fängt ja gut an!

Da hört man, was passieren kann, wenn in der Sonofolie-Werkstatt keiner so genau aufpasst und gleich zu Neujahr freilaufende Töne mit ungestümen Geräuschen einen drauf machen.

Ein Puzzle von Tönen und Geräuschen am Bildschirm